WM 2016 Tag 5: Deutschland, Frankreich und Österreich belegen Medaillenplätze, Slowakei steigt ab

DEBNorbert Stramm
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Österreich gewinnt zum Abschluss der WM gegen Deutschland mit 3:1 (2:0/0:0/1:1). Nach Verlängerung wurde die Abstiegsfrage geklärt, Norwegen gewann gegen die Slowakei mit 4:3 (0:1/2:1/1:1). Frankreich holt durch ein 4:2 (2:1/0:1/2:0) gegen Dänemark Silber.

13:00 Uhr Deutschland – Österreich 1:3 (0:2/0:0/1:1)
Für Österreich geht es noch um den 3. Platz, mit viel Glück könnte sogar noch der 2. Platz vom letzten Jahr wiederholt werden. Deutschland wollte aber ebenfalls auch dieses letzte WM-Spiel gewinnen. Deutschland trat ohne Monika Bittner und Ronja Richter (beide ESC Planegg/Würmtal) an. Mithelfen für einen Sieg zu sorgen, sollten die Goalies Ivonne Schröder (GER) und Theresa Hornisch (AUT). Für Andrea Lanzl (ERC Ingolstadt) war es Länderspiel Nr. 250 und DEB-Präsident Franz Reindl übergab ein kleines Präsent.
Österreich begann sehr offensiv, Deutschland wurde früh beim Spielaufbau gestört. Verdienter Lohn war was 0:1 durch Eva Maria Beiter Schwarzler, die nach sechs Minuten per Nachschuss traf. Deutschland kam zwar jetzt etwas besser ins Spiel, aber die besseren Chancen hatte weiter Österreich. Und so folgte nach 14 Minuten das 0:2 durch einen seitlich abgefeuerten, leicht verdeckten Schuss von Anna Meixner. Österreich hatte auch bis zur Pause die besseren Chancen und führte nach dem 1. Drittel verdient mit 0:2.
Es ging weiter mit frühem Stören von Österreich und nur wenigen guten Chancen für Deutschland. Deutschland tat sich weiter schwer, gute Angriffe zu fahren und Österreich hatte dadurch weiter die besseren Chancen. Die beste Chance für Deutschland war ein Lattentreffer zwei Minuten vor der Pause. Tore gelangen beide Teams in diesem Drittel nicht.
Verlieren wollte Deutschland natürlich nicht und versuchte nun weiter den Anschlusstreffer zu erzielen. Nur ließ Österreich weiter nicht viel zu. Ein Puckgewinn an der blauen Linie des österreichischen Drittels brachte Kerstin Spielberger an den Puck und ihren Querpass schoss Manuela Anwander genau unter die Latte (46.). Deutschland versuchte weiter Druck aufzubauen, aber das frühe Stören von Österreich ließ weiterhin nicht viel zu. Als Ivonne Schröder dann vom Eis ging, schaffte Theresa Schafzahl mit einem Empty Net Goal 45 Sekunden vor dem Ende die Entscheidung.
Frauen-Bundestrainer Benjamin Hinterstocker: „Leider konnten wir heute das letzte WM-Spiel gegen eine stark spielende österreichische Mannschaft nicht für uns entscheiden. Im laufe der Partie hatten wir natürlich Torchancen, um die nötigen Tore für einen Sieg zu erzielen. Vielmehr sollten wir nach Ende des diesjährigen WM-Turniers unseren Aufstieg in den Mittelpunkt rücken. Seit unserem Treffen im Bundesleistungszentrum am 16.03.2016 hat die gesamte Mannschaft inklusive des Staff-Teams hervorragend den sportlichen Erfolg forciert. Wir können stolz auf die Leistung der Mannschaft und die Rückkehr in die Top-Division sein. Alle haben ihren Beitrag dazu geleistet unser Ziel, den Wideraufstieg, zu realisieren. Nun gilt es unseren Blick in die Zukunft zu richten und die anstehenden Herausforderungen in Angriff zu nehmen. Abschließend möchte ich mich bei allen bedanken, die uns unterstützt haben. Ebenso Danke für die zahlreichen Glückwünsche, die uns seit vorgestern erreicht haben.“

Sophie Kratzer (MVP der Deutschen Mannschaft): „Es ist natürlich ärgerlich, dass wir dieses Turnier nicht mit einer weißen Weste beendet haben. Trotzdem steht die Freude über den Aufstieg im Vordergrund und es macht Mut den eingeschlagenen Weg konsequenter Arbeit weiter zu gehen.“

Schiedsrichter: H. Aberg – L. Andersson, M. Anex
Strafen: GER 6 (0/2/4), AUT 4 (0/2/2)
Tore:
0:1(05:53) E. M. Beiter Schwarzler (A. Meixner); 0:2 (13:06) A. Meixner (E. Kantor, AA. Fazokas);
1:2 (45:39) M. Anwander (K. Spielberger); 1:3 (59:15) T. Schafzahl (Ch. Wittich) ENG;

16:30 Uhr Norwegen – Slowakei 4:3 (0:1/2:1/1:1) n.V.
Es ging um den Divisionserhalt. Wer hier die 2 Punkte holte, blieb in der Division. Die Division festhalten sollten die Goalies Ingrid Sandven (NOR) und Ramona Kiapesova (SVK).
Norwegen begann sehr offensiv und kam im Laufe des Drittels zu einigen Torchancen. Nur wollte der Puck nicht ins Tor. Die Slowakinnen griffen gelegentlich an und das in einigen Situationen auch sehr gefährlich. Ein Break führte dann auch zum ersten Treffer der Partie, Livia Lucova brachte die Slowakei nach 11 Minuten in Führung und sorgte dafür, dass Norwegen nach dem 1. Drittel Absteiger war.
Und der Druck von Norwegen wuchs im 2. Drittel weiter. Der Slowakei gelang es zwar gelegentlich, sich zu befreien, sie konnten ihre Konterchancen aber nicht nutzen. Norwegen hingegen wurde nach einigen vergeblichen Anläufen doch noch belohnt, Mathea Fischer traf nach einigen vergeblichen Anläufen in der 27. Minute. Nun war wieder alles offen. Und vier Minuten später war plötzlich die Slowakei Absteiger. Nach einem Break von Norwegen folgte ein Patzer in der Abwehr der Slowakei und den nutzte Martine Henriksen zur 2:1-Führung. Drei Minuten vor der Pause war die Abstiegsfrage wieder völlig offen, denn Livia Lucova tunnelte nach einem Break Norwegens Goalie und es stand 2:2.
Nach 42 Minuten war die Frage des Divisionserhalts wieder in Richtung Norwegen geklärt. Nach einem vergebenen Break kommt der Puck wieder zu Norwegen und Andrea Dalen traf zum 3:2. Doch das war es noch nicht, denn die Slowakei kam zurück. Nach einem Break war die Gefahr eigentlich gebannt, aber Jana Kapustova erkämpfte sich den Puck und schob ihn zum 3:3 ins Tor (47.). Beide versuchten bis zum Ende der Partie weitere Treffer zu erzielen und so war es ein offener Schlagabtausch. Es blieb aber beim 3:3 und so ging es in die Verlängerung.
1:44 waren da gespielt, da hämmerte Linn Aakre die Skandinavierinnen zum Divisionserhalt. Gegen ihren Hammer hatte die Torhüterin der Slowakei keine Chance.

Schiedsrichter: K. Guay – J. Fenstermacher, T.V. Phillipsen
Strafen: NOR 6 (2/4/0), SVK 6 (0/2/4)
Tore:
0:1 (10:55) L. Lucova (V. Ihnatova);
1:1 (28:34) M. Fischer; 2:1 (32:07) M. Henriksen; 2:2 (36:20) L. Lucova (V. Ihnatova, J. Kapustova);
3:2 (41:33) A. Dalen (M. Henriksen, I. Morset); 3:3 (46:54) J. Kapustova);
4:3 (61:44) L. Aakre;

20:00 Uhr Frankreich – Dänemark 4:2 (2:1/0:1/2:0)
Mit einem Sieg würden beide sich den 2. Platz angeln. Frankreich genügte auch schon ein Punkt, um diesen zu erreichen. Zuzutrauen wäre das nach den bisherigen Turnierleistungen beiden Teams und so war ein spannendes Spiel zu erwarten. Im Tor begannen Carolin Baldin (FRA und) Lisa Jensen (DEN).
Dänemark begann sehr offensiv, aber das störte die Französinnen nicht sonderlich. Sie spielen ja gerne auf Konter. So gehörte die Anfangsphase dem WM-Gastgeber, der aber durch ein Break in Führung ging. Nach einem Angriff von Frankreich ging Michelle Brix durch und überwand Frankreichs Goalie mit einem Schuss ins lange Eck (7.). Dänemark blieb offensiv und Frankreich setzte weiter auf Konter. Und auf Powerplay. Denn in Überzahl drehte Frankreich den Spielstand um. Emmanuelle Passard traf erst mit etwas Glück zum 1:1 (11.), dann nach toller Vorarbeit zum 2:1 (14.). Dänemark versuchte zwar vor der Pause wieder auszugleichen, die Französinnen ließen aber nichts mehr zu.
Dänemark kämpfte im 2. Drittel, aber es war schwer, diese französische Abwehr zu knacken. Entweder rettete eine Abwehrspielerin oder der Goalie. Die Breaks von Frankreich sorgten ebenfalls für Schwierigkeiten bei der dänischen Aufholjagd. Bis zur 34. Minute hielt Frankreich diesen Vorsprung, dann nutzte Dänemark eine Strafzeit aus. Kurz vor Ende dieser klappt eine Kombination und Josefine Persson traf zum 2:2. Es ging bis zur Pause weiter mit Chancen auf beiden Seiten, ein Treffer gelang aber nicht mehr.
In den ersten Minuten des letzten Drittels neutralisierten sich beide so gut, das es erst nach acht Minuten die erste Chance für Dänemark gab. Dann wieder Überzahl Frankreich und das 3:2. Wieder wurde schön kombiniert, diesmal aber mit Vorarbeit durch Emmanuelle Passard und Marion Allemoz verwandelte (51.).  Dänemark versuchte alles und nahm kurz vor dem Ende den Goalie vom Eis. Dafür „bedankte“ sich Marion Allemoz 59 Sekunden vor dem Ende mit dem Treffer zum 4:2 Endstand.
Frankreich belegt damit den 2. Platz bei diesem Turnier, Österreich wird Dritter und Dänemark Vierter.

Schiedsrichter: Y. Zueva – A. Lack, M. Stefkova
Strafen: FRA 8 (2/4/2), DEN 8 (4/2/2)
Tore:
0:1 (06:48) M. Brix (S. Glud, H. Ostergaard); 1:1 (10:31) E. Passard (M. Allemoz, Ch. Aurard) PP1; 2:1 (13:52) E. Passard (M. Allemoz, L. Parament) PP1;
2:2 (33:05) J. Persson (S. Glud, J. Jakobsen) PP1;
3:2 (50:03) M. Allemoz (E. Passard, Ch. Aurard) PP1; 4:2 (58:59) M. Allemoz ENG

MVP’s des Turniers:
Beste Torhüterin: Caroline Baldin (FRA)
Beste Abwehrspielerin: Josefine Jakobsen (DEN)
Beste Stürmerin: Laura Kluge (GER)

Tabelle:
Pl.    Team    Sp.    Tore    Diff.    Pkt.
1    Deutschland    5    16:7    9    12
2    Frankreich    5    15:9    6    12
3    Österreich    5    16:10    5    11
4    Dänemark    5    13:14    -1    6
5    Norwegen    5    10:17    -7    3
6    Slowakei    5    7:20    -13    1

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