WM 2016 Tag 2: Frankreich und Deutschland gewinnen erneut, Österreich gibt Punkt ab

DEBNorbert Stramm
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Nichts anbrennen ließ Frankreich beim 5:0 (1:0/2:0/2:0) gegen die Slowakei. Deutschland gewinnt knapp mit 3:2 (3:2/0:0/0:0) gegen Dänemark. Nach einem 0:3-Rückstand gewann Österreich gegen Norwegen nach Penaltyschießen mit 4:3 (0:3/1:0/2:0).

16:30 Uhr Deutschland – Dänemark 3:2 (3:2/0:0/0:0)

Nach dem Erfolg am Eröffnungstag wartete nun der WM-Gastgeber, der mit einer knappen Niederlage in das Turnier gestartet war. Bei Deutschland gab es zwei Änderungen, Rebecca Graeve war mit dabei und Ivonne Schröder begann im Tor. Dänemark startete mit Kamila Lund Nielsen als Goalie.

Und auch Deutschland erwischte einen Traumstart, denn nach 21 Sekunden fiel das 1:0. Der erste Angriff und ein Schuss von Julia Zorn ins lange Eck bringt die Führung. Deutschland hatte in den nächsten Minuten noch einige gute Chancen, aber Dänemarks Goalie verhinderte weitere Gegentreffer. Nach sechs Minuten war sie aber wieder geschlagen. Deutschland in Überzahl und Laura Kluge schießt den Puck platziert unten ins Tor. Glück hatte Dänemarks Goalie aber auch, in Unterzahl Deutschland geht ein Schuss an den Pfosten des dänischen Tores (8.). eine Minute später schafft Dänemark in Überzahl den Anschlusstreffer. Die ersten gefährlichen Aktionen des Spiels enden mit dem Anschlusstreffer durch Jeanette Langsager. Es folgte noch ein weiterer Pfostenschuss von Deutschland (13.), ehe es wieder im Tor von Dänemark klingelte. Ein Hammer von Yvonne Rothemund schlug nach 14 Minuten im Tor von Dänemark ein. Doch so leicht machte es Dänemark den Deutschen nicht. Sie wechselten erst den Goalie, Lisa Jensen ging ins Tor, dann bekamen sie ein Powerplay zugesprochen. Deutschland hatte das gerade überstanden, da verkürzte Charlotte Densing auf 3:2.

Mit einer starken Phase von Deutschland ging es im 2. Drittel weiter. Dänemarks Abwehr hatte reichlich zu tun, schaffte es aber, diese Phase ohne Gegentor zu überstehen. Nach einigen ausgeglichenen Minuten, in denen beiden Teams nicht viel gelang, gehörten die letzten Minuten wieder dem deutschen Team. Tore fielen im 2. Abschnitt aber keine.

Dänemark kämpfte im letzten Drittel und ließ kaum Torchancen zu. Nach vorne passierte allerdings auch nicht sehr viel. So blieb es bis zum Ende ein enges Spiel und auch eine Überzahl in den letzten zwei Minuten half Dänemark nicht mehr.

Der zweite Sieg ist eingefahren und noch immer ist Luft nach oben.

Frauen-Bundestrainer Benjamin Hinterstocker: „Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft ist hungrig auf Siege und das haben wir heute wieder bewiesen. Nach zwei Spieltagen haben wir die maximale Ausbeute von sechs Punkten erreicht. Unser Ziel, Spiele zu gewinnen, ist uns bis jetzt hervorragend gelungen. Zum heutigen Spiel können wir unserer Mannschaft ein großes Lob aussprechen, der Einsatz war überragend. Das Team verfügt über Fähigkeiten zu jeder Sekunde im Spiel die richtigen Entscheidungen zu fällen. Mental ist jede einzelne Spielerin bereit, ein WM-Turnier wettbewerbsfähig zu bestehen und jedem Einfluss von außen Stand zu halten. Nach den beiden intensiven Spielen werden wir den morgigen freien Tag ausschließlich der Regeneration widmen und am Montag ausgeruht gegen Norwegen antreten. Abschließend möchte ich mich im Namen Aller für die Unterstützung, die uns von zu Hause erreicht, recht herzlich bedanken.“

Schiedsrichter: K. Guay – L. Andersson, M. Dinant
Strafen: GER 6 (4/0/2), DEN 6 (6/0/0)
Tore:
1:0 (00:21) J. Zorn (M. Bittner); 2:0 (05:40) L. Kluge (M. Anwander) PP1; 2:1 (08:17) J. Langsager (H. Ostergaard, J. Asperup) PP1; 3:1 (13:37) Y. Rothemund (J. Zorn); 3:2 (16:47) Ch. Densing (M. Frandsen, M. Brix);

13:00 Uhr Frankreich – Slowakei (1:0/2:0/2:0)

wm 11Frankreich war mit einem Sieg in das Turnier gestartet und konnte entsprechend selbstbewusst in dieses Spiel gehen. Die Slowakinnen gingen im ersten Spiel leer aus und so wären Punkte schon wichtig für den weiteren Turnierverlauf. Caroline Lambert (FRA) und Jana Budalova (SVK) sollten ihren Teams helfen, hier Punkte zu holen. Und für Soline Fohrer wären drei Punkte bei ihrem 100. Länderspiel ein schönes Geschenk.
Und die favorisierten Französinnen erwischten einen Blitzstart. Das Eröffnungsbully wurde gewonnen und den ersten Angriff vollendete Chloe Aurad zum 1:0 nach 16 Sekunden. Frankreich danach zwar das bessere Team, richtig viele Chancen sprangen aber nicht mehr heraus. Die Slowakinnen tauchten nur selten gefährlich vor dem französischen Tor auf. Beiden gelang es nicht, im 1. Drittel eine der wenigen Chancen zu nutzen.

Im 2. Drittel dauerte es 78 Sekunden, bis Frankreich zu einem Tor kam. Nach einem Bully vor der eigenen blauen Linie startete ein Angriff, den Estelle Duvin erfolgreich abschloss. Frankreich blieb das überlegene Team, aber die Abwehr der Slowakei ließ weiter nicht viel zu. So war es wieder ein Nachschuss, der zum dritten Treffer führte. Lore Baudrit traf nach 28 Minuten zum 3:0. Die beste Phase der Slowakinnen gab es ab der 34. Minute, da durften sie bis eine Minute vor der Pause größtenteils in doppelter Überzahl agieren. Geholfen hat das aber auch nicht, mehr als ein paar gute Schüsse sprangen nicht heraus.

Frankreich ließ im letzten Drittel nichts mehr anbrennen. Die Französinnen kontrollierten das Spiel jederzeit und wenn die Slowakinnen zum Schuss kamen, waren diese meist harmlos. In Überzahl gelang Gwendoline Gendarme nach 51 Minuten das 4:0 und spätestens da war das Spiel entschieden. Lara Escudero ließ vier Minuten vor dem Ende nach einer schönen Kombination noch das 5:0 folgen.

Frankreich fährt also den zweiten Sieg ein und spielt oben mit. Die Slowakei bleibt nach zwei Spielen ohne Punktgewinn und spielt nun um den Klassenerhalt.

Schiedsrichter: Y. Zueva – M. Anex, J. Fenstermacher
Strafen: FRA 12 (0/8/4), SVK 10 (0/4/6)
Tore:
1:0 (00:16) C. Aurad (M. Allemoz);
2:0 (21:18) E. Duvin (S. Fohrer, V. Bouetz Andrieu); 3:0 (27:48) L. Baudrit (A. Bouche, S. Fohrer);
4:0 (50:41) G. Gendarme (S. Fohrer) PP1; 5:0 (55:34); L. Escudero (J. Vix, B. Jouanny);

20:00 Uhr Österreich – Norwegen 4:3 (0:3/1:0/2:0) n.P.

Österreich begann mit Nicole Arnberger im Tor, Norwegen mit Ingrid Sandven. Klar war auch, Österreich wollte den zweiten Sieg, Norwegen den ersten. Und nach einem Abtasten war Norwegen dem ersten Sieg plötzlich sehr nahe. Nach sechs Minuten trifft Line Oien Bialik nach schönem Solo zum 0:1. Eine Minute später erhöhte Martine Henriksen per Nachschuss auf 0:2. Und weitere zwei Minuten später fiel der nächste Treffer und wieder per Nachschuss. Erfolgreich war erneut Line Oien Bialik. Österreich wechselte daraufhin den Goalie, Theresa Hornich ging ins Tor. Norwegen blieb während des Drittels das klar bessere Team, es blieb aber trotz weiterer Chancen beim 0:3. Österreich enttäuschte in diesem Abschnitt.

Deutlich verbessert kam Österreich aus der Kabine. Nun wurde besser kombiniert und Norwegen unter Druck gesetzt. Verdienter Lohn war das 1:3 durch Jannine Weber nach 25 Minuten. Erst nach ca. der Hälfte des Drittels gelang es Norwegen, sich wieder ein wenig vom Druck zu befreien. Lag aber auch an Strafen gegen beide Teams und einer längeren Powerplayphase der Skandinavierinnen. Und so hatten beide noch einige gute Chancen, bis Drittelende passierte aber nichts mehr.

Viel Einsatz zeigten beide Teams auch im Schlussabschnitt. Beide Abwehrreihen ließen nur wenige Torchancen zu. Bedeutete für Norwegen natürlich weiterhin die Führung mit zwei Toren und Österreich rannte die Zeit davon. Sieben Minuten vor dem Ende gelang Österreich der ersehnte Anschlusstreffer, Denise Altmann machte es noch einmal spannend. Und es kam noch besser für Österreich, denn Janinne Weber gelang zwei Minuten vor dem Ende mit einem Hammer der Ausgleich. Beide riskierten nun nichts mehr und so gab es die erste Verlängerung der WM.

In dieser gab es zwar vor allem von Österreich Schüsse, aber keine Tore. Und so folgte ein Penaltyschießen. Auch hier ging es in die Verlängerung, ehe Denise Altmann Österreich zum glücklichen Sieg schoss.

Schiedsrichter: H. Aberg – T.V. Phillipsen, M. Stefkova
Strafen: AUT 6 (0/6/0), NOR 12 (4/4/4)
Tore:
0:1 (05:23) L. O. Bialik; 0:2 (06:53) M. Henriksen (L. O. Bialik); 0:3 (08:47) L. O. Bialik (J. Oiseth, J. Biseth Engmann);
1:3 (24:17) J. Weber (D. Altmann, Ch. Wittich);
2:3 (52:20) D. Altmann (A. Meixner, A. Fazokas); 3:3 (57:40) J. Weber (A. Fazokas) PP1;
(65:00) D. Altmann PS

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